Eine Krankheit, die viele ratlos macht

21.10.2016 | 05:34 Uhr

 

Dinslaken. Ein voller Erfolg war die Telefonaktion der Vaskulitis-Selbsthilfegruppe Niederrhein gemeinsam mit der NRZ und der Rheumatologie des St. Johannes-Krankenhauses Hamborn. Für viele war der Anruf bei Chefärztin Dr. Monika Klass die letzte Hoffnung. Bei einer Vaskulitits, einer Gefäßentzündung, können sowohl kleine als auch mittlere und große Blutgefäße entzündet sein. So unterschiedlich die verschiedenen Formen der Erkrankung sind, so vielfältig können die Symptome sein, weiß Dr. Klass.

So berichtete eine Anruferin von Einblutungen in den Armen, Kribbeln in den Füßen, Nieren- und Bauchspeichel-drüsenentzündungen und Altersleukämie. Die Dame zeige Symptome einer Vaskulitis, aber auch die Altersleukämie könne damit zu tun haben. Dennoch sei eine Abklärung vonnöten durch ein Blutbild, Leber- und Nierenwerte müssten überprüft werden und ebenso, ob Vaskulitiden nachweisbar sind.

Eine 84-Jährige wird seit ihrem 45 Lebensjahr auf Rheuma behandelt, seit Kindestagen leide sie an einer Krankheit nach der anderen, Kiefer- und Ohrenentzündungen, Weichteilrheuma. Schmerzen habe sie überall. Der Arzt habe sie zum Psychiater geschickt, weil ihm keine andere Lösung mehr in den Sinn kamhttp://cdncache-a.akamaihd.net/items/it/img/arrow-10x10.png. Doch die Symptome werden schlimmer, inzwischen könne sie aufgrund der Gelenkschmerzen kaum noch laufen, Lähmungen an Händen und Füßen kämen hinzu, selbst Cortison helfe nicht mehr. Ihr Arzt sei ratlos.

Ein Schicksal, das viele Vaskulitis-Patienten teilen, so Dr. Klass. Viele Hausärzte, aber auch Fachärzte seien mit der Krankheit überfordert.

Wie die Augenärzte bei einer Vaskulitis-Patientin. Sie wisse, dass sie an einer Entzündung der kleineren Blutgefäße leide. Doch in ihrem Fall spielt ihr Körper verrückt, je nachdem, wie viele und welche Medikamente sie einnimmt. Weitere Beschwerden seien hinzugekommen, vor allem im Bereich der Augen. Eine Untersuchung stehe noch aus. – Ratsam, vorher einen Rheumatologen aufzusuchen und mit ihm die Fragen durchzugehen, die sie gezielt dem Augenarzt stellen sollte.

Viel Aufklärung, das zeigt die Telefonaktion, muss noch geleistet werden. Eine Möglichkeit für Ärzte und Betroffene besteht dazu am morgigen Samstag, 22. Oktober, von 10 bis 15 Uhr, im Abteizentrum Duisburg-Hamborn (neben dem St. Johannes-Hospital). Die Vaskulitis-Selbsthilfegruppe und verschiedene Ärzte der Klinik laden zum Vaskulitistag mit Vorträgen und Information ein.

Birgit Gargitter

NRZ Dinslaken/Duisburg