Diagnose Vaskulitis

15.10.2016 | 05:35 Uhr

Dinslaken/Hamborn. Vaskulitis ist ein Sammelbegriff für verschiedene Autoimmunerkrankungen. Bei einer Vaskulitis wendet sich das körpereigene Immunsystem, das eigentlich schützen soll, gegen die eigenen Blutgefäße. Wenn man von einer Vaskulitis spricht, ist damit also eine Gefäßentzündung gemeint, bei der sowohl kleine, mittlere und auch große Blutgefäße entzündet sein können. Durch Gefäßveränderungen kann die Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr zu bestimmten Organen eingeschränkt werden, so dass diese geschädigt werden.

Vaskulitiden gehören zu den seltenen Erkrankungen. Bei der Riesenzellarteriitis, der häufigsten aller Gefäßentzündungen, kommen beispielsweise auf 100 000 Menschen 50 Neuerkrankungen. Und damit nicht genug – jeder Patient trägt eine individuelle Krankheit in sich, die „eine individuelle Therapie benötigt“, so Dr. Monika Klass, Chefärztin der Rheumatologie am Helios-Krankenhaus in Hamborn. Eine generelle Therapie gebe es also nicht wirklich, zumal Vaskulitiden in allen Organen auftreten können und zudem zu schweren Erkrankungen und lebensbedrohlichen Zuständen führen können. Vielen Ärzten sei obendrein die Vaskulitis unbekannt. Die Patienten durchliefen also einen langen Leidensweg, bevor die richtige Diagnose gestellt würde.

Dabei gebe es immer wieder neue Medikamente, mit denen eine Remmission, ein Krankheitsstillstand, erreicht werden könne. Häufig zum Einsatz kommen Cortison-Präparate. Bei schweren Formen werde zudem eine Therapie mit Immunsuppressiva notwendig, so Dr. Klass. Anzeichen einer Vaskulitis können u.a. Rheumatische Beschwerden, plötzlich auftretende Sehstörungen und Kribbeln in den Füßen, Einblutungen in die Haut, Nieren-, Gallen-, Bauspeicheldrüsenentzündungen sein.

 

Zweiter Vaskulitistag

Um Mediziner, Patienten und Angehörige mit der Krankheit vertraut zu machen, lädt die Vaskulitis Selbsthilfegruppe Niederrhein, deren Vorsitzende die Dinslakenerin Astrid Gleussner ist, zu einem 2. Vaskulitistag für Samstag, 22. Oktober, 10 bis 15 Uhr in das Abteizentrum, An der Abtei 1, in Duisburg-Hamborn ein. Dort präsentieren Experten der Helios Klinik gemeinsam mit Betroffen in Vorträgen den aktuellen Stand der Medizin. Dr. Monika Klass wird ein „Update - Vaskulitis der kleinen und großen Gefäße“ geben. Dr. Theodoros Moysidis, Chefarzt der Angiologie, wird über die „Großgefäßvaskulitiden aus Sicht des Gefäßmediziners“ berichten. Dr. Katrin Wissing, Oberärztin der Pneumologie, erzählt von der „Lungenbeteiligung bei Vaskulitiden“ während Dr. Gabriele Schott, Chefärztin der Nephrologie über das „Leben mit Nierenbeteiligung bei Vaskulitis“ referiert. Auch Betroffene kommen zu Wort und werden Interessierten von ihren Erfahrungen an den Ständen der Selbsthilfegruppen berichten, außerdem wird es eine Bürgersprechstunde geben.

Birgit Gargitter

NRZ  Dinslaken/Hamborn